Geisheide sollen Heimat für Wildpferde werden

Fotos: Heidemoor am Silbersee 3 / Karnickelhausen

 

BUND setzt sich ein Borkenberge und Weißes Venn / Geisheide sollen Heimat für Wildpferde werden

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wird sich in den nächsten Jahren verstärkt für ein großes zusammenhängendes Wildnisgebiet "Münsterländer Heidemoore" einsetzen, in dem wieder frei lebende Pferde und andere Weidetiere umherstreifen.



Damit soll das einzigartige Naturareal im Münsterland erhalten werden, gleichzeitig sollen die Wildbahnen Borkenberge und Weißes Venn / Geisheide den Menschen die Möglichkeit zum Erlebnis der „Wildpferde“ in ihrer Heide- und Moorlandschaft bieten. Das Projekt erläuterten am Donnerstag der stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende Klaus Brunsmeier, NRW-Landesvorsitzender Paul Kröfges, der Vorsitzende der Regionalgruppe Münsterland, Dr. Michael Harengerd und Martin Groß, Projektleiter Münsterländer Heidemoore und Sprecher der BUND-Ortsgruppe Dülmen auf dem Truppenübungsplatz Borkenberge.

Die Flächen des über 30 Quadratkilometer großen Projektgebietes unterliegen bereits fast vollständig dem höchsten Naturschutzstatus: Die Borkenberge, der Linnert, das Teichgut bei Hausdülmen und das Weiße Venn/Geisheide in Lavesum sind FFH-Gebiete (FFH = Flora-Fauna-Habitat) und Teil eines europäischen Vogelschutzgebietes. Nur die WASAG-Moore bei Sythen stehen nicht vollständig unter Schutz.

„Als zentraler Schritt zur Sicherung müssen die „Münsterländer Heidemoore“ vollständig in das Nationale Naturerbe übertragen werden“, fordert Klaus Brunsmeier. Auf diese Weise sei es bundesweit in den letzten Jahren erfolgreich gelungen, den Erhalt etlicher ehemals militärisch genutzter Flächen für den Naturschutz und dauerhaft zu sichern.

Wirtschaftliche Nutzung

Schon jetzt gibt es für die Zeit nach dem Abzug der britischen Truppen (geplant 2020) viele Interessen an einer wirtschaftlichen Nutzung der „Münsterländer Heidemoore“. So werden in dem bestehenden Naturschutzgebiet Borkenberge bereits mehrere große Ackerflächen intensiv landwirtschaftlich genutzt. Im Weißen Venn wurden geschützte Heiden und Sandmagerrasen illegal mit großen Mengen von Gülle in Intensivgrünland umgewandelt.

Paul Kröfges fordert von der Landesregierung, schnell zu handeln und die intensive landwirtschaftliche Nutzung in den Schutzgebieten sofort zu beenden: „Es ist noch nicht zu spät, dass sich Teile der Heideflächen wieder erholen könnten. Der Kreis Recklinghausen muss zudem dringend seinen Anteil an den zu schützenden Flächen als Naturschutzgebiet ausweisen und damit dem Beispiel der Kreise Coesfeld und Borken folgen“, so Kröfges.

Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen, erklärt dazu auf Anfrage, dass der Landschaftsplan, der 2015 rechtskräftig werden soll und die Halterner Gebiete Borkenberge, Linnert und Weißes Venn mit zusammen 1300 Hektar umfasst, in Planung ist. Im Frühjahr 2013 ist die Bürgerbeteiligung vorgesehen und 2015 wird der Landschaftsplan Haltern 11 000 Hektar naturgeschützter Fläche umfassen.

Erkundungsbohrungen

Dem „Weißen Venn“ und der „Geisheide“ droht möglicherweise sogar ein noch viel dramatischeres Schicksal, denn dort fanden vor kurzem Erkundungsbohrungen der Quarzlagerstätten statt. „Wenn im Weißen Venn Quarzsand gefördert würde, hätte das unvermeidlich die Zerstörung unserer letzten Besen- und Feuchtheiden zur Folge. Das Vogelparadies am Torfvennteich und das wieder vernässte lebende Hochmoor Weißes Venn würden dann wohl ebenfalls erst entwässert und letztendlich vom Saugbagger aufgesogen“, befürchtet Michael Harengerd.
Quellen Text: Halterner Zeitung

Fotos: Burkhard Lüning / 03.01.2014